Botulinum (Botox®)
bei chronischer Migräne
Vorbeugen, wenn Migräne den Alltag bestimmt
Chronische Migräne kann nahezu jeden Bereich des täglichen Lebens beeinträchtigen. Wenn Kopfschmerzen an mindestens 15 Tagen pro Monat auftreten und davon mindestens acht Tage die Merkmale einer Migräne erfüllen, kann eine vorbeugende Behandlung mit OnabotulinumtoxinA (Botox®) infrage kommen. Ziel ist es, die Zahl und Belastung der Migränetage zu reduzieren.
VORAUSSETZUNG
neurologisch bestätigte chronische Migräne
BEHANDLUNGSZIEL
vorbeugende Behandlung
INTERVALL
in der Regel etwa alle 12 Wochen

Wann kommt eine Behandlung infrage?
Botox® ist zur vorbeugenden Behandlung chronischer Migräne bei Erwachsenen zugelassen. Voraussetzung sind mindestens 15 Kopfschmerztage pro Monat, von denen mindestens acht die Kriterien einer Migräne erfüllen.
Eine Behandlung kommt insbesondere dann infrage, wenn andere vorbeugende Migränemedikamente nicht ausreichend gewirkt haben oder nicht vertragen wurden.
Nicht jeder wiederkehrende Kopfschmerz ist eine chronische Migräne. Vor der Behandlung müssen deshalb die Diagnose, der bisherige Krankheitsverlauf, verwendete Medikamente und mögliche andere Ursachen sorgfältig geprüft werden.
Ein Kopfschmerztagebuch schafft Klarheit
Ein Kopfschmerz- oder Migränetagebuch hilft dabei, Häufigkeit, Dauer und Begleiterscheinungen der Beschwerden zu erfassen. Ebenso werden verwendete Akutmedikamente und bisherige vorbeugende Behandlungen dokumentiert.
Diese Angaben sind eine wichtige Grundlage für die Entscheidung, ob eine Behandlung mit Botox® medizinisch sinnvoll ist.
Vorbeugen statt akut behandeln
Die Behandlung verfolgt das Ziel, die Häufigkeit und Belastung zukünftiger Kopfschmerz- und Migränetage zu reduzieren. Die Behandlung ist nicht für die akute Migräneattacke vorgesehen.
Auch eine erfolgreiche Prophylaxe bedeutet nicht zwangsläufig vollständige Beschwerdefreiheit. Wie stark ein Patient auf die Behandlung anspricht, ist individuell sehr unterschiedlich.
Spezifische Weiterbildung für die Migränebehandlung
Für die Behandlung der chronischen Migräne mit Botulinum habe ich eine spezifische Weiterbildung bei Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Harald Hefter an der Neurologischen Klinik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf absolviert.
Wie kann Botulinum wirken?
Bei der Migräneprophylaxe nach dem sogenannten PREEMPT-Schema wird Botox® an festgelegten Punkten im Bereich von Kopf und Nacken injiziert.
Die Wirkung beruht nicht allein auf einer Entspannung der Muskulatur. Botulinum beeinflusst außerdem die Freisetzung bestimmter Botenstoffe, die an der Übertragung und Verstärkung von Schmerzreizen beteiligt sind. Dadurch kann die Sensibilisierung schmerzleitender Nerven reduziert werden.
Die Wirkung entwickelt sich langsam über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen. Ob die Behandlung einen ausreichenden vorbeugenden Nutzen hat, lässt sich häufig erst nach einer Sitzung abschließend beurteilen.
So verläuft die Behandlung
Vor der ersten Behandlung werden Diagnose, Kopfschmerzhäufigkeit, bisherige Prophylaxen und mögliche Gegenanzeigen sorgfältig geprüft. Die Behandlung erfolgt anschließend nach einem etablierten Injektionsschema (PREEMPT-Schema).
Prüfung und Planung
Wir besprechen den Krankheitsverlauf, Ihr Kopfschmerztagebuch, verwendete Akutmedikamente und bisherige vorbeugende Behandlungen. Voraussetzung ist eine gesicherte Diagnose der chronischen Migräne durch einen Neurologen.
Gezielte Injektionen
Botox® wird an mehreren festgelegten Punkten im Bereich von Stirn, Schläfen, Hinterkopf, Nacken und Schultern injiziert.
Verlauf und Kontrolle
Die Wirkung entwickelt sich in den folgenden ein bis zwei Wochen. Die Behandlungszyklen erfolgen normalerweise im Abstand von etwa zwölf Wochen. Häufig wird der Nutzen über zwei bis drei Zyklen beurteilt.
Mögliche Nebenwirkungen und Gegenanzeigen
Nach der Behandlung können Schmerzen, Rötungen, Druckempfindlichkeit oder kleine Blutergüsse an den Einstichstellen auftreten. Möglich sind außerdem leichte Nackenschmerzen, Muskelverspannungen oder Kopfschmerzen.
Während Schwangerschaft und Stillzeit, bei bestimmten neuromuskulären Erkrankungen, bekannten Überempfindlichkeiten oder Entzündungen an den geplanten Injektionsstellen ist Botox® kontraindiziert.
Kosten und mögliche Erstattung
Da Botox® für die Prophylaxe der chronischen Migräne zugelassen ist, kann bei schweren Verläufen eine Erstattung durch die Krankenversicherung möglich sein.
Entscheidend sind unter anderem die gesicherte Diagnose, die dokumentierte Zahl der Kopfschmerz- und Migränetage sowie die bisher durchgeführten vorbeugenden Behandlungen.
Beratung bei chronischer Migräne
In einem persönlichen Gespräch prüfen wir, ob die medizinischen Voraussetzungen für eine vorbeugende Behandlung erfüllt sind.
Häufige Fragen zur Migränebehandlung mit Botulinum
Für wen ist die Behandlung zugelassen?
Die Behandlung ist für Erwachsene mit chronischer Migräne zugelassen. Dafür müssen Kopfschmerzen an mindestens 15 Tagen pro Monat auftreten. An mindestens acht dieser Tage müssen die Kriterien einer Migräne erfüllt sein.
Zusätzlich müssen vorbeugende Migränemedikamente zuvor unzureichend gewirkt haben oder nicht vertragen worden sein.
Hilft Botulinum während einer akuten Migräneattacke?
Nein. Botulinum ist keine Akutbehandlung und wirkt nicht wie ein Schmerzmittel oder ein Triptan.
Es wird vorbeugend eingesetzt, um die Häufigkeit und Belastung zukünftiger Kopfschmerz- und Migränetage zu reduzieren.
Wie wird die Behandlung durchgeführt?
Botox® wird an mehreren festgelegten Punkten im Bereich von Stirn, Schläfen, Hinterkopf, Nacken und Schultern injiziert.
Die Behandlung folgt einem etablierten medizinischen Injektionsschema (PREEMPT-Schema).
Wann beginnt die Wirkung?
Die Wirkung entwickelt sich schrittweise in den ersten ein bis zwei Wochen nach der Behandlung. Der individuelle Verlauf kann sehr unterschiedlich sein.
Ob die Prophylaxe ausreichend wirkt, wird anhand des Kopfschmerztagebuchs und der weiteren Behandlungszyklen beurteilt.
Wie häufig wird die Behandlung wiederholt?
Das übliche Behandlungsintervall beträgt etwa zwölf Wochen. Die Wirksamkeit wird erst nach zwei bis drei Behandlungszyklen beurteilt.
Ob anschließend weitere Behandlungen sinnvoll sind, hängt vom individuellen Verlauf und dem erreichten Nutzen ab.
Muss ich weiterhin ein Kopfschmerztagebuch führen?
Ein Kopfschmerztagebuch ist sehr hilfreich. Es dokumentiert die Zahl der Kopfschmerz- und Migränetage, die Stärke der Beschwerden und die Einnahme von Akutmedikamenten.
Dadurch lässt sich objektiver beurteilen, ob die Behandlung einen ausreichenden Nutzen hat.